Belle-Île-en-Mer (Bretagne) | 06.06. – 13.06.2026
Wandern zwischen Himmel und Meer
Die vor der bretonischen Küste liegende Belle-Île-en-Mer wird ihrem Namen vollauf gerecht. Ihre Schönheit verdankt sich aber weniger ihrem paradiesischen Charakter als ihrer erhabenen Wildheit. Immer wieder lässt sie den Menschen sich so klein fühlen, wie er im Blick auf unzähmbare Naturlandschaften tatsächlich auch ist.
In schöner Regelmäßigkeit wird man mit Steilabbrüchen konfrontiert, gegen die die Wellen des Atlantiks gewaltig antoben und denen man nicht zu nah kommen will. Kurz darauf tauchen wir dann in eine maßlos wuchernde Vegetation ein, in der sich niemand verirren möchte. Umso erfreulicher, dass fast 60 Prozent des nur spärlich bewohnten Eilands schon vor 50 Jahren unter Naturschutz gestellt wurden. Was die 87 Quadratkilometer große Insel außerdem so einzigartig macht, ist, dass die französische Organisation der Grandes Randonnés einen durchgehenden, 80 Kilometer langen Wanderweg ausgewiesen hat, der ausnahmslos direkt am Küstensaum entlang verläuft – fernab jeder Autostraße und nur an ganz wenigen Stellen von zivilisatorischen Einrichtungen unterbrochen.
Kein Wunder, dass der „GR 340“ 2022 zum schönsten Fernwanderweg Frankreichs gekürt wurde. Von „Spazier“-wegen kann allerdings keine Rede sein – die Route hat größtenteils Pfadcharakter und führt in stetem Auf und Ab von einer Bucht zur nächsten – wodurch man auf unberührte Sandstrände trifft, an denen man in glasklares (womöglich aber auch ziemlich kühles) Wasser springen kann.
Um genügend Zeit für die herrlichen Rast- und Badestellen zu haben und es insgesamt nicht zu anstrengend werden zu lassen, werden die Tagesetappen die 15 Kilometermarke nicht überschreiten (die angegebenen Höhenunterschiede für die fünf offiziellen Etappen liegen zwischen 350 und 550 Meter, wir bleiben aber meist darunter, weil wir nur einmal eine vollständige Etappe laufen).
Natürlich kommen wir auch mit den zahlreichen sich im Inland versteckenden typisch bretonischen Dörfchen und Weiler in Kontakt, in denen nichts touristisch inszeniert wirkt (man aber auch nicht an jeder Ecke ein Café findet).
Anreise
Die Anreise mag weit erscheinen, ist letztlich aber unproblematisch: Mit dem TGV oder Eurostar nach Paris, von dort weiter mit einem Hochgeschwindigkeitszug nach Auray, wo die gemütliche Regionalbahn nach Quiberon abfährt. Die Überfahrt mit der Fähre nach Le Palais dauert eine knappe Stunde, danach betritt man eine völlig andere Welt, in der es nur im Zentrum der Inselhauptstadt etwas hektisch zugeht. Unser erstes Hotel liegt 200 Meter vom Hafen entfernt, aber auf einer Anhöhe – ein erster Konditionstest!
Naturräumliche und thematische Besonderheiten
Eine weitestgehend unverbaute Insel mit zahllosen Schutzgebieten und wundervollen Naturwegen, auf denen man kaum einmal den Blick aufs Meer vermisst. Typische bretonische Häuser, zwei reizvolle Küstenstädtchen. Zudem eine Geschichte, die es in sich hat.
Umfang der Tagesetappen
6 Wandertage mit 10-15 km Gesamtlänge, keine längeren, aber viele kleine Anstiege, so gut wie keine Asphaltpassagen. Kondition und Trittsicherheit sind aber hilfreich. Reine Wanderzeit 3,5 bis 5 Stunden am Tag.
Alpinistische Schwierigkeiten
Keine, jedoch hin und wieder auch steilere und (bei Nässe) rutschige Wege, bei denen man vor die Füße schauen muss.
Leistungen
7x Halbpension in zwei komfortablen Hotels, das Vauban in Le Palais mit Logenblick auf Meer und Hafen und das ziemlich luxuriöse Le Cardinal bei Sauzon, dem schönsten Ort der Insel. Im Cardinal gibt es sogar Sauna und Open-Air Schwimmbad. Einzelzimmerbuchung ist nicht möglich, Einzelreisende müssen sich ein Zimmer teilen (natürlich mit getrennten Betten)!
Das Standardangebot kostet pro Person 1.220 Euro, die Unterbringung mit Meerblick 1.350 Euro – solange der Vorrat reicht!
Leitung
Gerhard Fitzthum und Irmela Hannover.
























